Landjugend St. Jürgen
  Gründung & Die ersten Schritte
 

Gründung & Die ersten Schritte 


Die Anfänge zur Bildung einer Jugendgruppe in St. Jürgen begannen am 10. März 1951 in der Schule zu Wührden. Dort wurde bei einer Versammlung der Heimatvertrieben das Rundschreiben des damaligen Kreisjugendpflegers und Mittelschullehrers Marcinkowski verlesen, in dem zur Bildung von Jugendgruppen aufgefordert wurde. In der gleichen Versammlung wurde Frau Paulischkit, die in Mittelbauer wohnte, zur Betreuung der Vertriebenen in der kulturellen Arbeit gewählt.

Frau Paulischkit scharte einige schulentlassene, heimatvertriebene Mädchen um sich und übte mit ihnen Volkstänze ein. Da ein Musikinstrument fehlte, übernahm Lehrer Sieske in Wührden die musikalische Begleitung bei den Volkstänzen mit der Geige. Diese Tätigkeit hat er 13 Jahre ausgeübt und gleichzeitig auch zahlreiche Lieder mit den Jugendlichen einstudiert.

Die Übungen fanden in den ersten Jahren stets sonnabends in der Schule zu Wührden statt. 1952 fuhr Lehrer Sieske nach Osterholz, um beim Kreisjugendpfleger die kleine Schar als Jugendgruppe anzumelden, da nur eingetragene Jugendgruppen auf Beihilfen vom Kreisjugendring hoffen konnten. Damals bestanden im Kreis noch keine Landjugendgruppen – nur kirchlich Gruppen und „die Falken“ sowie eine Gruppe DJO, „Deutsche Jugend des Ostens“. Da die Jugendlichen in der St. Jürgener Gruppe fast nur Heimatvertriebene waren, meldete Sieske die Gruppe als „Deutsche Jugend des Ostens“ an. Bezeichnend für die damalige Zeit mag angeführt werden, dass die Schulkinderzahl in Wührden zu 67 % aus heimatvertriebenen und nur 33 % aus einheimischen Kindern bestand.

Das erste öffentliche Auftreten der Jugendgruppe, die einige Volkstänze zeigte, war 1952 bei einem Vergnügen der Heimatvertriebenen und bei einem Dorfgemeinschaftsabend – angeregt von Herrn Tegtmeyer – im Sale Behrens, Frankenburg. Die Tänze fanden großen Beifall dadurch erhielt die Gruppe große Verstärkung auch von einheimischen Jugendlichen.

Da Frau Paulischkit nach Hannover umzog, übernahm Lehrer Sieske die Leitung der Übungsabende. Aufgrund der ernormen Größe (etwa 50 Jugendliche) der Gruppe unterstützte ihn dabei das Ehepaar Seifert. Aus demselben Grunde wurde bald auch der Schulraum in Wührden zu klein. Die Gruppe fand eine neue Heimat in „Albers Hof“ bei dem Pächter Herrn Semken, wo auf der geräumigen Diele die Übungsabende stattfanden. Dort stieg auch der erste Elternabend der Gruppe am 31. Januar 1953. Eine besondere Note bekam die Veranstaltung durch die Anwesendheit des Kreisjugendpflegers Marcinkowski, dem die Gruppe es zu verdanken hat, dass ihr damaliger Geldbeutel mit 100 DM aufgefüllt wurde. Auch die Gemeinde St. Jürgen erfuhr durch die Jugendgruppe Vorteile, da Herr Marcinkowski, durch die Arbeit der Jugendlichen in ihrer Freizeit sehr beeindruckte, 1000 DM zur Einrichtung einer Jugend- und Gemeindebücherei aus dem Kreisfonds errichten konnte.

Höhepunkt der Jugendgruppe in den ersten Jahrzehnten waren stets die sehr gut besuchen Elternabende, die den Gästen Gesang, Volkstänze und plattdeutsche Theaterstücke zeigten. Abwechslung brachte der Gruppe Fahrten, Sonnenwendfeiern, Adventsabende, Kegelnachmittage und Ähnliches, worüber die Gruppenbücher Aufschluss geben. Die Anregung zur Anlegung eines solchen Buches verdankt die Gruppe der Familie Seifert, die 1954 verzog.

Von 1957 ab – in diesem Jahr wurde der Name der Gruppe in „Landjugendgruppe St. Jürgen“ umgeändert – waren die Gruppen- und Heimatabende auf der Diele der Gastwirtschaft Garbade in Mittelbauer, wo auch einige Elternabende stattfanden. Da sich aber der Dielenraum für die Gestaltung eines Elternabends – schon wegen des Mangels einer Bühne – als zu klein erwies, wurden die folgenden Elternabende im Saal Behrens, Frankenburg, gefeiert.

In diesen Anfangsjahren kamen die Mitglieder außer aus St. Jürgen zum Teil aus Lilienthal, Klostermoor, Waakhausen und Heidberg. Die Mitgliederzahl schwankte zwischen 50 bis hinunter zu 20, wobei diese kleinere Gruppenstärke durch die Wirtschaftswunderjahre zu begründen sind, in denen die jungen Leute mehr zum Geldverdienen neigten.

 
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